Tafel 7 Nino’s

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1902

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Waldhof heute Ninos

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1960

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1960

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1965 - Innenaufnahme Grischuna

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Als nach der Jungfrau hier ein Philosoph grübelte

Jungfrau Anna Maria Candrian modernisierte 1876 das Haus hier, im Weiler Lai, was See heißt, und lockte Kurgäste an, die Gesundheit suchten, durch tiefes Einatmen und Molke-Kur. 1887 brachte der Philosoph Friedrich Nietzsche hier im entstandenen Waldhof seine Bedenken zu Europa aufs Papier. Und seit den 80er Jahren kann in Nino’s Bar weiter über das Leben und die Welt nachgedacht werden.

Hier stand einst die Acla Candrian, eine kleine giebelständige Hofeinheit mit Wohnteil zur Strasse und Stallscheune im Rücken. 1876 erweiterte Jungfrau (ledige) Anna Maria Candrian das Maiensäss zum zweiten neuzeitlichen Haus im Weiler Lai. Es erhielt den Namen Waldhof. Erste Kurgäste fanden hier eine Unterkunft. Das alpine Reizklima eignete sich für Luftkuren und in der nahe gelegenen Heid-Sennerei konnten sie Ziegenmolke für eine Molkenkur beziehen. Anlässlich der Einweihung der Kirche San Carlo im Jahr 1886 speiste die Geistlichkeit im Waldhof, wie das Bündner Tagblatt berichtete. Im Juni 1887 hielt sich der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche im Waldhof auf und verfasste hier sein so genanntes „Lenzerheide-Fragment über den europäischen Nihilismus“. Auf einer Manuskriptseite im Fragment notierte Nietzsche Spaziergänge nach Parpan, Lenz, Valbella, zum Wasserfall, zur „Alphütte v Sartuns“ usw. Zu „Sporz“ fügte er in Klammern „Maiensässdorf ob Obervatz“ an.
Der altehrwürdige Waldhof musste in den 30er-Jahren dem mondäneren Tea Room Tschumi weichen, was lange Jahre das Café Grischuna (1957 – 1987) war und dann 1987 zu Nino‘s Pub und nun zu Nino‘s Bar wurde.