Lantsch/Lenz

Geografische Lage

Lantsch/Lenz gehört zum Albulatal und liegt auf der Sonnenterrasse südlich von Lenzerheide auf 1350 m ü. M.

Das sich öffnende Tal bietet eine herrliche Sicht auf unsere wunderschöne Bergwelt.

 

Geschichte

Durch seine Lage im Schnittpunkt der Routen Schyn –Albula und Chur – Julier/Septimer – Chiavenna erlangte das Dorf Lantsch/Lenz bereits sehr früh eine verkehrspolitische Bedeutung, welche die Geschichte der kleinen Berggemeinde entscheidend prägte.

Archäologische Funde in und um die eisenzeitliche Siedlung Bot da Loz belegen die Anwesenheit der Römer und deuten auf eine Begehung des Ortes bereits in der Bronze- und mittleren La-Tène-Zeit (2200 – 800 v. Chr.).

Das Reichsurbar vom Jahre 831 erwähnt die Bedeutung von Lantsch/Lenz als Station an der Durchgangsroute mit einem Königshof, einer Kirche (Marienkirche) und zwei «Tabernen» (Gasthöfe).

Lantsch bildete danach eine der vier Porten an der Oberen Strasse (Chur – Chiavenna) und verfügte über eine Hauptsust mit Zollrecht. Diese Rechte brachten den Lenzern während Jahrhunderten Arbeit und zusätzlichen Verdienst zu den kargen Erträgen aus der Landwirtschaft.

Nach Aufhebung der Portenrechte im Jahre 1861 entwickelte sich Lantsch/Lenz zu einem bedeutenden Postetappenort mit Raststation und Pferdewechsel. Die Zeit der Pferdepost brachte die grösste wirtschaftliche Blüte für das Dorf und dauerte bis zur Eröffnung der Albula-Eisenbahnlinie im Jahre 1903.

Das Ende der Pferdepost bedeutete gleichzeitig das Ende einer Epoche, welche die Gemeinde entscheidend geprägt hat.

Es war ein harter Schlag, der die Gemeinde in eine Wirtschaftskrise stürzte, von der sie sich erst mit dem aufkommenden Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg erholte. Ursprünglich war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig der Gemeinde. Mit der touristischen Entwicklung fanden immer mehr Gewerbebetriebe ihre Existenz im Dorf.

Politisch bildete Lantsch einen Teil des Gerichtes Belfort, das 1436 in den Zehngerichtebund eingetreten war. Die drei Bünde Grauer Bund, Zehngerichtebund und Gotteshausbund bildeten später den Kanton Graubünden.

 

Kirchen

Besonders sehenswert ist die erstmals im Jahr 831 urkundlich erwähnte Marienkirche mit dem gotischen Altar und den gut erhaltenen Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Der dazu gehörende Friedhof ist mit seinen schmiedeisernen Grabkreuzen einer der schönsten Friedhöfe Europas.

Die St.Cassianskapelle aus dem 14. Jahrhundert wurde, gemäss Überlieferung, von den Plursern Bergwerkleuten, welche auf dem Parpaner Rothorn Kupfererz abbauten, als Ersatz für die eingegangene Stefanskirche erbaut. Von der Stefanskirche (ca. 8. Jahrhundert) wurden die Fundamentreste freigelegt und ein sehr dichtes Gräberfeld gefunden. Dieser Standort ist heute mit einem Holzkreuz markiert.

Die monumental erscheinende Pfarrkirche St.Antonius von Padua wurde Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut, 200 Jahre später vergrössert und 1985 renoviert.

 

Kultur, Sport, Tourismus

Unsere einmalige Kulturlandschaft ist die ideale Voraussetzung für einen sanften, qualitativen Tourismus. Die Gemeinde Lantsch/Lenz unterstützt aktiv touristische Projekte, damit das Produkteangebot ausgebaut werden kann. Lantsch/Lenz ist Teil des Parc Ela, dem grössten Naturpark der Schweiz. Die einmalige Landschaft bietet viele Möglichkeiten für Entdeckungsreisen. Erleben Sie das vielfältige Angebot an Exkursionen und Erlebniswegen und besuchen Sie die zahlreichen kulturellen Anlässe.

Die Gemeinde Lantsch/Lenz ist ein Paradies für Langläufer und Wanderer.

Im Sommer führen unzählige Wander- und Bikewege durch eine intakte Landschaft.
Der Spielplatz im Wald, der Fussballplatz, ein kleiner Waldsee und verschiedene Grillplätze laden Gross und Klein zum Verweilen ein.

Im Winter verbindet die Langlaufloipe die Orte Lantsch, Lenzerheide, Valbella und Parpan und führt durch eine traumhafte Landschaft. Die Biathlon Arena ist Austragungsort für nationale und internationale Biathlonwettkämpfe. Auch Langlaufanlässe werden in der Arena ausgetragen, u. a. die Tour de Ski.

Der Skilift, mit eigener Skischule, liegt an einem sonnigen Südhang im Unterdorf und ist für Kinder und Anfänger ideal. Der Natureisplatz ist offen für jedermann und ein beliebter Treffpunkt.

Zwei gut erhaltene Wasch- und Backhäuser können besichtigt werden, welche Einblick in die vergangene Dorfkultur gewähren.

Die jährlich im Februar stattfindenden Theateraufführungen haben in Lantsch/Lenz eine grosse Tradition und sind sehr beliebt.

Der Lenzer Sommermarkt findet jeweils am ersten Samstag im August statt und ist für Einheimische und Gäste ein geselliger Begegnungsort.

 

Sprache

Romanische Ausdrücke, die vielleicht bekannt sind: Bun se, buna saira, buna noaz, doarma bain. Bainvegni! Angraztg fiz.

Das Romanische ist die angestammte Sprache der Gemeinde Lantsch/Lenz.

Die Amtssprachen sind Romanisch und Deutsch, wobei die Gemeinde die Bemühungen zur Erhaltung der romanischen Sprache fördert.